Flagge Zeigen gegen Homophobie und Ausgrenzung

Erschienen am 13. April 2021 in Aktionen 2021

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Diese Aussage ist nicht nur ein Grundgesetzt der deutschen Verfassung und ein Menschenrecht, sondern auch ein Leitmotiv von uns als Pfadfinder:innen.

Als jedoch die Verlautbarungen aus dem Vatikan kamen, dass Homosexualität von der Kirche auch weiterhin als Sünde angesehen wird und homosexuellen Beziehungen ein kirchlicher Segen verwehrt bleibt, war uns sofort klar, dass wir Flagge zeigen wollen.

Deshalb haben wir, als Antwort auf die Glaubenskongregation der katholischen Kirche mit den Pfadfinder:innen der Gemeinde St. Augustinus und Monika in Volmarstein, auf unseren Kirchplätzen Pfadfinder-Lilien in Regenbogenfarben und Statements, wie „Liebe ist keine Sünde“ und „Segnung für Alle“, gemalt. Außerdem haben wir vor den Messen als Zeichen des Protests Regenbogenfahnen an den Kirchen aufgehängt.

Anfangs waren wir uns unsicher, wie die Aktion in der Gemeinde ankommen würde. Umso mehr freuen wir uns, dass wir schon direkt beim Bemalen der Kirchplätze, beim Hissen der Regenbogenflaggen, im persönlichen Gespräch und auch in E-Mails sehr viel Zuspruch und Anerkennung für unser klares Zeichen bekommen haben

Wir als Pfadfinder:innen distanzieren uns klar von diesen Aussagen, da für uns Gleichberechtigung und die Anerkennung vielfältiger Lebensweisen grundlegende Werte sind. Wie auch schon unser Bischof Franz-Josef Overbeck von Essen fordert, fordern auch wir, eine „ernsthafte und zutiefst wertschätzende“ Hinwendung der Kirche zu homosexuellen Paaren. Denn wir nehmen nicht hin, dass eine ausgrenzende und veraltete Sexualmoral auf dem Rücken von Menschen ausgetragen wird. Wer so vorgeht, beschädigt massiv den Ruf der katholischen Kirche und aller katholischen Organisationen, zu denen wir uns auch zählen. 

Als Pfadfinder:innen bestärken und beschützen wir junge Menschen bei der Findung ihrer eigenen Identität und wollen Kindern und Jugendlichen ungeachtet ihrer sexuellen Orientierungen einen Ort des Vertrauens bieten. Deshalb war es uns wichtig gemeinsam in Wetter ein Zeichen zu setzten.

Für die Stämme St. Augustinus und Monika Volmarstein und Janusz Korczak Wengern Jakob Brüning

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